An: 21. April 2020 In: April 2020 Comments: 0


Krisenmanagement für KMUs während und nach der Corona Pandemie

Corona, Corona, Corona seit Wochen, Corona jeden Tag, Corona in allen Medien, Corona in allen Nachrichten, Corona in allen Sprachen. Die ökologischen und ökonomischen Nachwirkungen der Corona Krise gehören zu den am meist unterschätzen Szenarien die wir bisher erleben durften. Unabhängig wie mutig oder sicher die Aussagen und Entscheidungen der politischen Parteien und Regierungen in den jeweiligen Bundesländern, den EU-Mitgliedsstaaten oder Weltweit sind, diese Krise betrifft uns alle, einige mal mehr, andere weniger. Wir werden uns mit den Krisenursachen und dessen Folgen in der Zukunft besser auseinander setzten müssen.

Krisen gehören zum Unternehmertum – Wie Lernen damit umzugehen?

Jede Unternehmerin und jeder Unternehmer kann Fehler machen. Unternehmerische Fehler münden aber erst dann in einer Krise, wenn sie nicht frühzeitig erkannt und entsprechend nicht korrigiert werden. Der Shutdown durch die Regierungen und den unterschiedlichen regionalen Reaktionen verursacht durch die Corona Pandemie konnten so nicht erkannt werden. Das frühzeitige unternehmerische Steuern mit der richtigen Gesellschaftsform für ausreichende Rücklagen und Eigenkapital schon.

Diese Pandemie betrifft jeden Einzelnen von uns. Wir müssen uns nicht nur auf die bekannten Krisenszenarien vorbereiten, sondern auch auf Krisen die nicht mittelbar beeinflussbar sind. Unternehmen mit Weitblick werden sich bis zu einem hohen Grad zukünftig, mit den erwarteten und notwendigen Rahmenbedingen vom Bund, Land oder Gemeinden auf diese neuartigen Krisen, besser vorbereiten.

Auch wird externes Krisenmanagement häufig erst dann von vielen Unternehmen in Anspruch genommen, wenn sich die Krise schon manifestiert hat. Eine Krise baut sich also nicht selten unmerklich auf. Wenn allerdings nicht zügig gegengesteuert wird, bedeutet dies nicht selten das Ende eines Unternehmens.

Grundsätzlich gilt also, je früher ein Unternehmen eine Beratung wahrnimmt, je früher eine strategische Neuausrichtung erfolgt, desto eher ist eine Restrukturierung vielleicht sogar mit Fördermitteln möglich oder schlimmstenfalls kann eine Eigenverwaltung oder geordnete Abwicklung vorbereitet werden. Beratung und Unterstützung sollte daher nicht erst in einer Notsituation in Anspruch genommen werden. Wenn Alarmsignale wie Auftragsrückgang, Zahlungsprobleme und dann noch möglicherweise dauerhaft ausgeschöpfte Kontokredite vorliegen, ist es oftmals zu spät. Unternehmen die während einer Krise keinen Monat überstehen sind ebenfalls unzureichend vorbereitet auf ähnliche und zukünftige Szenarien.

Krisenstadien und Krisenursachen

Die Unternehmenskrise kann auch als Notsituation bezeichnet werden, in welcher die Existenz und Lebensfähigkeit des Unternehmens bedroht ist. Von vielen öffentlichen Institutionen werden nur drei Krisenstadien unterschieden:

– die Strategiekrise,
– die Erfolgskrise und
– schließlich die für Unternehmen lebensbedrohende Liquiditätskrise.

Im modernen Sanierungsmanagement unterscheiden wir noch drei weitere Krisenstadien:

– die Stackholderkrise
– die Produkt und Absatzkrise
– die Insolvenzreife.

Die Stackholderkrise wird hier genauer betrachtet, denn sie ist häufig der Ausgangspunkt einer Unternehmenskrise und könnte in den meisten Fällen sicher durch frühzeitiges Erkennen verhindert werden. Durch den geschulten Blick von außen, frühzeitiges Eingreifen und Handeln kann das Unternehmen nicht selten wieder in die richtigen Bahnen gelangen.

Die Stackholderkrise beginnt nicht selten schleichend und wird weder intern durch Unternehmensangehörige noch extern durch Außenstehende bemerkt. Sie findet meist ihren Ursprung in der Gründungsphase eines Unternehmens oder später in der überdurchschnittlichen Wachstumsphase in traditionell gewachsenen Familienunternehmen, bei der Unternehmensnachfolge oder Unternehmensübergabe. Oft haben sich Abläufe eingeschlichen und werden nicht mehr hinterfragt.

Wer gehört zu den Stackholdern? Natürlich in erster Linie die Gesellschafter und das Management. Mögliche Ursachen für eine Stackholderkrise sind häufig grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten unter den Stakeholdern. Diese Unstimmigkeiten verursachen dann nicht selten Effizienzverluste, so dass wichtige Entscheidungen verzögert oder gar nicht getroffen werden. Das Führungsverhalten wird vernachlässigt und möglicherweise geht das Leitbild und Ziel des Unternehmens aus den Augen verloren. Den Beteiligten ist zu diesem Zeitpunkt aber oft noch nicht bewusst, dass eine Unternehmenskrise vorliegt

Weitere Stackholder sind Kreditgeber und Finanzgeber. Aber es zählen auch Kunden dazu, von denen ein Unternehmen maßgeblich abhängig ist. Genauso können unmotivierte Mitarbeiter, einzelne Mitarbeiter von Kreditinstituten, sowie Behörden und deren Interessensvertreter bei der ursächlichen Entwicklung und Entstehung einer Krise eine große Rolle spielen.

Endogene und Exogene Krisenursachen

Endogene Krisenursachen sind jene Einflußfaktoren auf die das Unternehmen direkten Einfluss nehmen kann, wie Missmanagement, Führungsschwäche, Kostennachteile, ineffiziente Strukturen und Prozesse, der fehlende hohe Grad der Digitalisierung und Transformation, nicht wettbewerbsfähige Produkte und Technologien, verspätete Reaktionen auf eine sich verändernde Umwelt.

Exogene Krisenursachen sind jene Einflussfaktoren auf die Unternehmen keinen oder lediglich einen geringen Einfluss haben. Hierzu zählen die gesamtwirtschaftliche Lage, das Markt- und Wettbewerbsumfeld, regulatorische Änderungen, Wirtschaftssanktionen oder Naturkatastrophen.

Die Exogenen Krisenursachen lösen einen allgemeinen strategischen Anpassungsdruck für das Unternehmen aus. Reagiert die Unternehmensleitung nicht ausreichend und nicht rechtzeitig, führen diese Faktoren in die Unternehmenskrise.

Die Corona Krise als spezielle exogene Krisenursache

Die Corona Pandemie gehört zweifellos zu den exogenen Krisenursachen. Viele Unternehmen reagieren in der Anfangsphase der Krise mit Kurzarbeit, Stundungen, der Beantragung von Sofort Krediten und der Inanspruchnahme von Zuschüssen. Kaum oder wenige Unternehmen waren auf einer solchen Krise vorbereitet und agierten in den letzten sehr ergiebigen Geschäftsjahren Vorausschauend auf mögliche kommenden Krisenzeiten.

Wir möchten hier auch Kritik an die Unternehmen üben, die in einer solche Krise innerhalb von nur 8 Wochen in ihrer Struktur einbrechen und unbedingt auf staatliche Hilfe angewiesen sind. Wir möchten aber auch Wege und Strategien aus dieser Krise aufzeigen, damit Unternehmen auf die nächsten mit Sicherheit kommenden Krisen, egal wie lange diese andauern werden, best möglichst vorbereit sind. Die an einem Unternehmen und Führungstyp passenden Restrukturierungsberater zeigen kritisch jedem einzelnen Unternehmen ihre eigene und individuelle Strategie auf. Der 100% Beratungszuschuss für KMUs vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle hilft hier in der ersten Phase der Strategiefindung und bereitet deren Umsetzung vor.

Jetzt nach vorne denken – Strategie, Finanzplanung, Finanzierung, Restrukturierung, Controlling

Aktuell erhalten viele kleine und mittelständischen Betriebe einen schnelleren Zugang zu Krediten als noch vor der Corona Pandemie. Vorausgesetzt sie waren nicht schon Ende 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die vom Bund und der KfW schnell auferlegten Corona Sofortkredite helfen kurzfristig Umsatzausfälle und Auftragsrückgänge von teilweise bis zu 100% aufzufangen. Sie reichen bei weitem nicht aus für eine neue Unternehmensstrategie. Und aktuelle Prognosen wann wieder mit stabile Marktverhältnisse gerechnet werden, reichen von Ende 2020 bis Ende 2024.

Deshalb jetzt nach vorne denken mit neuen Impulsen und kreative Ideen für eine neue Unternehmensstrategie in der Digitalisierung, Finanzierung und Restrukturierung eines jeden einzelnen Unternehmens, angefangen von der Entwicklung, über Beschaffung, Fertigung und Logistik bis zum Verkauf. Unternehmen werden sich neu definieren und erleben eine Gratwanderung zwischen einem hochem Verschuldungsgrad auf der einen und Agilität, Innovation, New Work und eine gesunde Unternehmensentwicklung auf der anderen Seite.

Krisen früh erkennen – gezielt handeln und weiter erfolgreich sein

Grundsätzlich gilt: Umso später eine Unternehmenskrise erkannt wird, desto höher ist der Restrukturierungsaufwand oder gar die Gefahr, dass das Unternehmen in Schieflage und dann in die unvermeidbare Insolvenz gerät. Ein regelmäßiger kritischer Blick von außen kann möglicherweise das Schlimmste verhindern und frühzeitig beratend und regulierend zur Seite stehen.

Informationen zum 100% Beratungszuschuss für KMUs: www.adnet.consulting/2020/04/14/beratungszuschuss-fuer-kmu/

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